Contemporary Fine Arts freut sich, zum ersten Mal eine Einzelausstellung mit Zeichnungen von Ralf Ziervogel (*1975) zu präsentieren.

Bekannt geworden ist Ralf Ziervogel, der an der Universität der Künste in Berlin bei Lothar Baumgarten studiert hat, mit seinen feingliedrigen, komplexen Tintezeichnungen, die vorwiegend menschliche Körper zeigen und in monochromen, ornamentalen Geflechten akribisch über mehrere Papierbahnen hinweg wachsen.

Ralf Ziervogels neue „Deklinationen am Körper“ zeichnen sich in dieser Ausstellung durch den Wechsel von handflächengroßen zu lebensgroßen Körpern aus. Eingestellt auf den Raum und das Konzept der Galerie transferiert der Künstler seine zierlichen, komplexen Zeichnungen auf großformatige Papierbahnen von bis zu fünf Metern. Vorzugsweise männliche menschliche Körper befinden sich in extremen physischen Situationen, aus denen sie sich nicht lösen können. Sie sind gefesselt, ineinander verschränkt und verknotet. Doch Ralf Ziervogels Arbeiten sind und zeigen mehr als nur kranke Gewaltfantasien. Wie Dominikus Müller in „Every Adidas Got Its Story“ bemerkt, ist es das Thema von „Koppelung und Entkoppelung, von Verkettung und Lösung“ sowie die Frage nach der Dehnbarkeit von Dingen wie auch der Realität, die den Künstler vorwiegend interessieren.

 

Ralf Ziervogel zeichnet seine Figuren im Aktionsradius seiner Hand und entwickelt die weitläufigen Szenarien in klassischer Tintentechnik erst nach und nach ohne Vorzeichnung. So wird in haarfein gezeichneten Ketten ein Körper an den nächsten geknüpft, Gliedmaßen aneinandergebunden und zerstört, so dass die verbogenen Figuren und Szenerien nach und nach weiterwachsen. Bei größerer Entfernung werden die kleinteiligen und amorphen Abgründigkeiten zu ornamentalen Mustern, in denen es keinen Anfang und kein Ende zu geben scheint. Das große Format, das Ziervogel in dieser Ausstellung bedient, begünstigt dies durch die distanzierte Perspektive, die der Betrachter durch die Höhe bzw. Länge der einzelnen Papierbahnen im Raum einnehmen muss. Man befindet sich in der Petrischale der Zeichnung, anstatt nur davor. Die Möglichkeiten des zeichnerischen Mediums werden in den Großformaten hier ebenso erprobt wie das Wechselspiel mit Fern- und Nahblick.
 


Contemporary Fine Arts is pleased to present for the first time a solo exhibition with new drawings by Ralf Ziervogel (*1975).

 

Ralf Ziervogel, who studied at the Berlin University of the Arts with Lothar Baumgarten, is known for his delicate and complex ink drawings predominantly showing human bodies which in monochrome ornamental nettings proliferate lengths of paper with meticulous precision.

In this exhibition, Ralf Ziervogel’s new ”declensions of the body“ are characterised by a change from smaller to life-sized bodies. Adopted to the gallery space and concept, the artist transfers his fine and extensive drawings onto paper with large widths of up to five metres. Primarily male human bodies are caught in extreme physical situations from which they cannot escape. They are enchained, entangled and knotted. However, Ralf Ziervogel’s works are and show more than only morbid inventions of violence. As Dominikus Müller points out in ”Every Adidas Got Its Story“, it is the theme of ”coupling and uncoupling; of interlinking and dissolving“ as well as the question of stretchability of things as much as of reality.

Ralf Ziervogel draws his figures in his hand’s sphere of action and develops the spacious sceneries in classical ink technique step-by-step during the operating procedure without any tracing. Thus, in delicately drawn chains, one body is tied to another, limbs are bound together and destroyed so that the twisted figures and settings are gradually growing. From a distance however, the detailed and amorphous abysses become ornamental patterns in which there seems to be no beginning and no ending. The large format Ziervogel is operating with in this exhibition favours this through the distanced perspective the spectator needs to take when faced with the height and length of the individual sheets. The beholder is located in a Petri dish of the drawing rather then just in front of it. In the large format, the potential of the graphic medium is proved just as the interplay with close and distant view.